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Alles
müssen die Deutschen bezahlen.Sie werden arbeiten und wir werden
uns von den überhörten Anstrengungen des Sieges erholen.Immer
auf ihre Kosten. ...Was fehlt müssen die Boches anschaffen.
Wir
leben nicht in Feindesland um zu darben ( pages113 / 114 )
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..Ein
Blick auf den Sprößling zeigte, daß er ein echter Tartarin
war. Schon bei der Geburt lehnte er die freundliche Hilfe der Hebamme
ab, das Heldenkind wollte ohne fremde Unterstützung ins Leben treten
. Wenn er schrie, so geschah es mit der Donnerstimme des Löwentöters,
und seine ersten Kletterkünste bekundeten seine Abstammung von
dem Bezwinger der Jungfrauen und anderer gewaltiger Gipfel ... ( page
9 )
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Tartarins
Stunde war gekommen .Er eilte zu den Waffen, obgleich er schon die Mitte
der dreißiger Jahre Überschritten hatte.Es war zum Erbarmen
, daß er die beste Zeit seines Lebens in feiler Tatenlosigkeit
hatte verbringen müssen .Aber jetzt konnte er alles nachholen...(
page 10 )
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Auf
das Waschen mußte Tartarin verzichten, doch der Verzicht fiel
ihm wie jedem guten Franzosen nicht schwer.Er ließ nur selten
Wasser und Seife an seinen gallischen Körper kommen.Wozu auch ?
Man wird ja doch wieder schmutzig.
Ich
bin doch kein Engländer, der mit der Badewanne in den Krieg zieht.Mir
genûgt ein Waschbecken und wenn es noch so klein wäre.Mein
Vater war der größte Mann in Tarascon und nahm niemals ein
Bad. ( page 32 )
Zu
viel Seife schadet der Haut.
Am
Morgen wusch er sich vom Kopf bis zum Fuß , eine Reinigung , die
er sonst höchstens einmal im Jahre vornahm.Aber das hohe Amt erforderte
Opfer.( page 169 ).
Der
Sonntag lag wieder über Drachenheim.Von den französischen
Soldaten ungern gesehen. Sie hingen an ihren alten, abgetragenen Wochenröcken
und ausgetretenen Stiefeln.Jeder der vielen Schmutzklecken war ihnen
teurer, jedes ungeflickte Loch lieb und wert.Die sauberen Sonntagsuniformen
betrachteten sie als einen Bruch mit den heiligsten Traditionen. ( page
131 )
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lEine
( der besten Stuben ) war für die Fahne , die den Krieg in Paris
verbracht hatte und erst mit dem Frieden wieder zu der Truppe gelangt
war. Der einzige Kampf , den sie siegreich bestanden, war der gegen
die Motten ( page 32 )
Kampfwagen
wurden erkennbar, darauf Männer in Stahlhelmen.Ein Schrecken ergriff
die Soldaten. Die Deutschen waren da ! Die Deutschen kommen. Dieser
Schrei gellte durch das Dunkel der Nacht. Der heldenmütige Marguery
selber stieß ihn aus. Seine Leute wußten was sie zu tun
hatten.Einige flohen, andere waren so gelähmt, daß sie sich
nicht vom Fleck rühren konnten. Sie warfen die Waffen weg, sie
hoben die Hände in die Höhe. "Nix Krieg, nix Krieg !
Gut Freund, Franzos kaputt !" .Die Feuerwehrleute hatten keine
Zeit. Ein lautes Lachen war ihr Antwort... ( page 153 )
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Tartarin
bewunderte sie , aber zum Erstaunen kam sie ihm verdächtig vor.Ein
Mensch , der mehr als franzôsisch kann, ist jedem guten Franzosen
verdächtig.
Der
hunderste Todestag Napoleons sollte mit all der Pracht begangen werden
, deren das siegreiche Frankreich fähig war...Der Kriegsministerlbst
hatte darauf hingewiesen, daß diese einzigartige Gelegenheit ausgenutz
werden müsse."Man muß - las Tartarin aus seinem Rundschreiben
- an die Sympathien anknüpfen, die weithin gerade unter den besseren
Kreisen in Deutschland für den grossen Kaiser bestehn, vor allem
an die Verehrung Goethes..."Er ließ den Brief sinken "
Goethe ? Wer war das ? Offenbar ein Boche " Tartarin hatte als
guter Franzose den Namen niemals gehört... ( page 147 )
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Als
Franzose konnte er überhaupt kein anderes Volk leiden 18
Eine
weiße französische Kolonialpolitik hat die Schwarzen ,Männer
und Frauen, so weit aufgeklärt, daß sie in einem Fußtritt
nur eine gütige Herablassung erblicken.Sie wissen, daß Gott
den Negern einen gute gewölbte Rückseite und dem weissen Mann
einen Fuß gegben hat und daß die beiden Teile bestimmungsgemäß
zueinander gehörten. Der Fußtritt ist eine berechtigte Eigentümlichkeit
Frankreichs, geradezu ein nationaler Akt. Deshalb schätzen und
lieben ihn die Schwarzen. Tartarin kannte diese Vorliebe , und der erste
Neger , der ihm in den Weg kam, hatte seinen Fußtritt weg. Das
Gesicht des schwarzen Mannes verzog sich zu einem dankbaren Grinsen..67
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Die
Leute haben noch kein Verständnis für das Glück , unter
französischer Herrschaft zu stehen.
Frankreich
ist nicht nur stark, sondern auch edel und großmütig.Wir
müssen die Leute dazu bringen , daß sie begeisterte Franzosen
werden. ( page 93 )
Die
Besiegten sollten erkennen , daß ihnen kein größeres
Glück geschehen konnte, als die Besetzung ihres Landes durch die
Franzosen.
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Ein
köstliches Parfüm durchdrang die Räume,
eine Mischung von Schminke, Patchouli , Zwiebel und Knoblauch und ungelüfteten
Zimmern, eine "odeur de femme", das der sensitiven Nase eines
Franzosen so wohltut. ( page 113 )
Die
Natur hat den Knoblauch wie die Rose geschaffen , und es muß Vôlker
geben , die die Rose lieben und welche die den Knoblauch vorziehen.Das
ist Geschmacksache. Die französischen Damen waren jedenfalls überzeugt
, daß sie mit Knoblauch und Patchouli den wirklich guten besaßen.
( page 133 )
Die
Kinder spielten unterdessen , so reizend wie nur Kinder , die durch
Geburt die französische Grazie besitzen, spielen können !;
Sie kletterten über die Geländer der Anlagen, sie liefen über
die Mühsam angelegten Beete und sie rissen die Blumen ab. Das war
zwar streng verboten , und der Magistrat hatte neben die alten deutsschen
Verbote ganz neue in französischer Sprache kleben lassen. Aber
der Freiheitssinn der edeln gallischen Jugend läßt sich durch
einen Fetzen Papier nicht unterdrücken... ( page 133 )
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Es
war der deutsche Militarismus, der im Stillen weiterwirkte.Auf dem Schlachtfeld
war er besiegt worden, aber er war noch lange nicht tot... Selbst die
Seelen der Kinder waren schon durchtränkt von dem Haß, der
die Deutschen blind machte gegen all das Gute , das ihnen das große
und edle Frankreich zu bringen gedachte. ( page 45 )
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